All
diese Veränderungen ihrer alten Heimat tragen nicht dazu bei, die Sachsen
zum Bleiben zu bewegen. Aber auch die Zustände in der Stadt haben sich
derart verändert, daß die Stadtsachsen keine Lust mehr verspüren
zu bleiben. In der Stadt veränderten sich die Dinge von jeher schneller
als auf dem Land, so daß die Städter diesen Wandel leichter kompensieren
können sollten. Doch sind die Zustände in der Sadt zur Zeit schlimmer
als auf dem Land. Stark zunehmende Arbeitslosigkeit, keine Chance zur Selbstversorgung
wie auf dem Land, kein Wohnraum und Behördenwillkür.
Die deutsche Tänzerin Luci, die allabendlich im Restaurant des Hotels "Römischer
Kaiser" mit ihrem rumänischen Kollegen auftritt, sieht für ihre
Familie und für sich keine Chance in Rumänien. Obwohl sie mit den
Rumänen aufgewachsen ist, sind ihr die aktuellen Verhaltensweisen nicht
verständlich.
Die Regierungspartei versucht den Nationalismus anzuheizen, um über ihre
Unfähigkeit in wirtschaftlichen Dingen hinwegzutäuschen. Die Rumänen
nehmen dieses Angebot als stolzes Volk dankbar an, um ihre eigene Unsicherheit
zu überspielen. In diesem Klima ist es nicht einfach für die Tänzerin
Luci, ihre Zukunft in Rumänien zu planen. Sie würde gerne eine eigene
Tanzschule aufmachen, um unabhängig zu sein und
Heute
ist die Produktion heruntergefahren worden und mittels Grünanlagen versucht
man, die schlimmsten Auswüchse zu verbergen. Doch noch immer sind das Dorf,
die Häuser, die Bäume und die Menschen von der schwarzen Schmiere
bedeckt, die sich wegen einer Säureverbindung in alles gefressen hat.

Die Menschen, die nach der Revolution die Chance hatten zu gehen, sie gingen;
zurück blieben die sozial Schwachen. Aber auch das Verlassen des Dorfes
war in der Ceausescu-Zeit nicht möglich, die Bewohner des Dorfes wurden
daran gehindert, man wollte die Schande der Vergiftung eines ganzen Landstriches
verstecken.