Artikel von Udo Ungar - von Sommer 1995
All diese Veränderungen ihrer alten Heimat tragen nicht dazu bei, die Sachsen zum Bleiben zu bewegen. Aber auch die Zustände in der Stadt haben sich derart verändert, daß die Stadtsachsen keine Lust mehr verspüren zu bleiben. In der Stadt veränderten sich die Dinge von jeher schneller als auf dem Land, so daß die Städter diesen Wandel leichter kompensieren können sollten. Doch sind die Zustände in der Sadt zur Zeit schlimmer als auf dem Land. Stark zunehmende Arbeitslosigkeit, keine Chance zur Selbstversorgung wie auf dem Land, kein Wohnraum und Behördenwillkür.

Die deutsche Tänzerin Luci, die allabendlich im Restaurant des Hotels "Römischer Kaiser" mit ihrem rumänischen Kollegen auftritt, sieht für ihre Familie und für sich keine Chance in Rumänien. Obwohl sie mit den Rumänen aufgewachsen ist, sind ihr die aktuellen Verhaltensweisen nicht verständlich.
Die Regierungspartei versucht den Nationalismus anzuheizen, um über ihre Unfähigkeit in wirtschaftlichen Dingen hinwegzutäuschen. Die Rumänen nehmen dieses Angebot als stolzes Volk dankbar an, um ihre eigene Unsicherheit zu überspielen. In diesem Klima ist es nicht einfach für die Tänzerin Luci, ihre Zukunft in Rumänien zu planen. Sie würde gerne eine eigene Tanzschule aufmachen, um unabhängig zu sein und
Heute ist die Produktion heruntergefahren worden und mittels Grünanlagen versucht man, die schlimmsten Auswüchse zu verbergen. Doch noch immer sind das Dorf, die Häuser, die Bäume und die Menschen von der schwarzen Schmiere bedeckt, die sich wegen einer Säureverbindung in alles gefressen hat.

Die Menschen, die nach der Revolution die Chance hatten zu gehen, sie gingen; zurück blieben die sozial Schwachen. Aber auch das Verlassen des Dorfes war in der Ceausescu-Zeit nicht möglich, die Bewohner des Dorfes wurden daran gehindert, man wollte die Schande der Vergiftung eines ganzen Landstriches verstecken.

SIEBENBÜRGEN - wie lange noch?
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