Artikel von Udo Ungar - von Sommer 1995
Jahre hat sich das Land an vielen Stellen stark gewandelt. Zwar gibt es immer wieder Oasen und Landstriche, in denen die Zeit stillzustehen scheint, doch andererseits gibt es viele Narben in der Landschaft des vorher sehr idyllischen Siebenbürgens.
In viele deutsche Gemeinden kam der sozialistische Plattensiedlungsbau.

Nicht im Laufe der Zeit dazugewachsen, sondern wie mit der Faust in die Landschaft hereingeschlagen.
Aber auch die Landschaft wurde durch rücksichtslos in die Gegend gesetzte Industriebauten und deren Emissionen verändert.
Exemplarisch hierfür steht Klein-Kopisch, ein früher deutsches Dorf, jetzt die größte Dreckschleuder in Rumänien. Das ostdeutsche Bitterfeld nimmt sich sauber aus gegen diese Anlage. Hier wurde Ruß hergestellt, der ein teures und gefragtes Ausgangsprodukt der chemischen Industrie ist. Nur wurden in dieser Anlage unfachmännisch und ohne Rücksicht auf Umwelt und Einwohner Altlasten verfeuert, um den wertvollen Ruß herzustellen. Dioxine, giftiger Säureregen und vieles andere führten zur Erkrankung der meisten Einwohner. Wie ein schwarzes Leichentuch legte sich der in Regenrschauern gebundene, giftige Dunst über alles.
Diese Tätigkeit war nicht nur ein ehrenvolles Amt, sie war seine Aufgabe. Er hielt die Kirche in Schuß, organisierte, ging dem Pfarrer zur Hand. Nun findet in der arg zusammengeschrumpften Gemeinde aus Alten nur noch ein ambulanter Gottesdienst im Gemeindehaus statt, mit einem Pfarrer aus einer anderen Gemeinde; die Kirche bleibt leer.

Aber nicht nur durch die starken Verschiebungen im Sozialgefüge wurde den Sachsen das Land ihrer Väter so fremd und unverständlich. Durch die zwar nötige, aber plan- und rücksichtslos vorgenommene Industrialisierung der siebziger
SIEBENBÜRGEN - wie lange noch?
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