Wie
die Anstrengungen der Verbände der Sachsen in Deutschland zeigen, halten
sich die ortsunabhängigen Eigenheiten der Siebenbürgisch-sächsischen
Kultur auch an anderen Orten. Einige Eigenheiten, die an die Landschaft in Siebenbürgen
gebunden waren, vergehen, aber der Wille zur Eigenständigkeit, Unabhängigkeit,
Selbstverwaltung und zur Gemeinschaft werden sich halten. Veranstaltungen wie
das alljährliche Treffen aller Sachsen in Dinkelsbühl täuschen
in ihrer Ähnlichkeit zu den Veranstaltungen anderer Vertriebenen-gruppen
über den Umstand hinweg, daß die Struktur der Sachsengemeinschaft
eine andere ist. Keine revanchistischen Tendenzen, keiner will zurück.
Sachse kann man überall sein.
Auch wenn man bei der Veranstaltung den Eindruck eines reinen Trachtenaufzuges
gewinnen könnte, es ist mehr als "Disney" auf sächsisch.
Die Tracht ist nur äußerer Ausdruck eines tieferen Zusammengehörigkeitsgefühls.
Unabhängig von der langen Geschichte und des Bewußtseins davon ist
den Sachsen das Hier und Jetzt wichtiger. Man schwärmt von der alten Heimat,
doch man weiß um das Ende und verlegt sich auf
daß er vorraussichtlich der letzte protestantischer Bischof in Rumänien
sein wird. Wenn nun in naher Zukunft der letzte Deutsche gegangen sein wird,
ist es auch mit dieser einmaligen, selbstverwalteten Kirche vorbei.

Aber wird es auch mit der siebenbürgischen Kultur vorbei sein, wenn der
letzte Sachse Rumänien verlassen haben wird? Man kann, so glaube ich,
diese Frage verneinen.
Diese Kultur hat sich zwar durch die speziellen Umstände in Siebenbürgen
entwickelt, sie hat aber auch durch ihre Inselstellung eine Ortsunabhängige
Autarkie gewonnen.